Warum gerade jetzt? Ein Wort zum AD(H)S-Boom
AD(H)S ist derzeit überall – besonders im Erwachsenenalter. Social Media quillt über vor Videos, Tests und Checklisten, und plötzlich fühlen sich unglaublich viele Menschen angesprochen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendeine unliebsame Angewohnheit – Aufschieben, Vergesslichkeit, Zappeligkeit, Chaos – kurzerhand mit „dem eigenen AD(H)S" erklärt wird.
Diese Sichtbarkeit hat etwas zutiefst Gutes: Sie enttabuisiert, sie verbindet, sie gibt vielen endlich Worte für lang gefühlte Erfahrungen.
Aber sie birgt auch eine Gefahr. Wenn alles AD(H)S ist, ist am Ende nichts mehr klar. Vorschnelle Selbstdiagnosen können echte Ursachen verdecken – sei es Stress, Erschöpfung, eine affektive Erkrankung oder schlicht die menschliche Bandbreite ganz normaler Aufmerksamkeit.
Genau hier komme ich ins Spiel. Ich möchte dir anbieten, dem Ganzen wirklich auf den Grund zu gehen – nüchtern, fundiert und ohne Schnellschuss. Nicht um dir ein Etikett zu geben oder zu nehmen, sondern um gemeinsam zu verstehen: Was steckt bei dir tatsächlich dahinter – und was hilft dir wirklich weiter?